Stromanbieter in Deutschland lassen sich in überregionale und regionale kategorisieren. Dabei besitzen die überregionalen Hochspannungsnetze, welche die Bevölkerung am effektivsten mit Strom versorgen kann. Die regionalen Stromanbieter sind meist von den überregionalen Versorgern abhängig. So sind es oft Tochterunternehmen oder sie benutzen die Netze der überregionalen, was dazu führt, dass sie die überregionalen Anbieter am Gewinn beteiligen müssen. Das Gesetz definiert einen Stromanbieter als "natürliche oder juristische Personen, die andere mit Energie versorgen, ein Energieversorgungsnetz betreiben oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer Verfügungsbefugnis besitzen" (EnWG §3 Satz 1 Nr. 18(§3 Satz 1 Nr 18).
Insgesamt gibt es in Deutschland 876 Stromversorger, jedoch halten vier davon (RWE, Vattenfall, E.ON, EnBW) allein 80% des Strommarktes. Diese vier Großunternehmen sollen im Folgenden vorgestellt werden:
- E.ON: E.ON ist ein Stromanbieter, welcher besonders Menschen aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Hamburg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bayern mit Strom versorgt. Hauptsächlich gewinnt E.ON Strom aus fossilen Energieträgern (58,8%) und Kernkraft (25,4%). Regenerative Energien machen mit gut 15% einen kleinen Teil aus. Weiterhin ist E.ON eine Aktiengesellschaft und ist DAX-notiert. Der Umsatz des Unternehmens, welches von Wulf H. Bernotat geführt wird, liegt bei knapp 88 Milliarden Euro, womit E.ON der größte (finanziell gesehen) Stromanbieter Deutschlands ist.
- RWE: RWE ist ein bereits 1898 gegründeter Stromanbieter, welcher vor allem in Nordrhein-Westfalen, teilweise jedoch auch im Rest des Landes, tätig ist. RWE erhält 70% seiner Energie aus Atomenergie, 20% aus fossilen Energiestoffen und nur 10% aus regenerativen Energien. Mit einem Umsatz von knapp 49 Milliarden Euro ist RWE das - am Umsatz gemessen - zweitgrößte Stromunternehmen Deutschland. Die Leitung des Unternehmens haben Jürgen Großmann (Vorstandsvorsitzender) und Manfred Schneider (Aufsichtsratvorsitzender).
- EnBW: EnBW steht für "Energie Baden-Württemberg" und ist auch in diesem Gebiet Deutschlands tätig. Die Stromkennzeichnung ist folgendermaßen: 31% fossile Energie, 45% Kernenergie und 24% regenerative Energie. Mit einem Umsatz von ca. 16 Milliarden Euro ist es hinter E.ON und RWE das drittgrößte Stromunternehmen. Den Vorsitz haben Hans-Peter Villis und Claus-Dieter Hoffmann.
- Vattenfall: Vattenfall ist im Nord-Osten der Bundesrepublik tätig. Vattenfall gewinnt seinen Strom aus über 70% fossiler Energie, ca. 15% Kernenergie und gut 10% regenerativer Energie. Mit 13 Millionen Umsatz ist es das drittgrößte Unternehmen. Die Leitung hat Tuomo Hatakka inne.
Da diese Unternehmen in den letzten Jahren wegen möglicher Preisabsprachen in die Kritik geraten sind, haben auch kleinere Unternehmen, deren Hauptaugenmerk besonders auf regenerativen Energien liegt, an Zuspruch gewonnen. Die beiden wichtigsten sind hierbei "Lichtblick" und "Greenpeace energy".